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Ein wunderbares Beispiel, wie Blogs für eine Partei ein geeignetes Mittel sein können, um das eigene Abschneiden bei Wahlen zu analysieren: SP-Generalsekretär Thomas Christen fasste kürzlich die Debatte, die nach der Wahlniederlage im SP-Blog entbrannt war, zusammen.

SP analysiert Blog-Kommentare

Dies bestätigt im Grunde einen Aspekt, den meine Arbeit nicht beleuchtet hat: Blogs konstituieren relevante Nischenöffentlichkeiten, um es mit den Worten von Blog-Forscher Jan Schmidt zu sagen.

Übrigens: In meiner inzwischen vor dem Professor und meinem technischen Betreuer «verteidigten» (und als «gut bis sehr gut» bewerteten) Abschlussarbeit finde ich leider noch mehr Fehlerchen als erwartet. Deshalb dauert deren integrale Publikation an dieser Stelle noch ein paar Tage länger als geplant. Nur falls jemand aus unerklärlichen Gründen sehnlichst darauf gewartet haben sollte…

Online-Chefredakteurin Mercedes Bunz spricht mit Medien-Tausendsassa Lutz Hachmeister. Das Resultat:

Ein Interview über Politik und Journalismus im digitalen Zeitalter im Berliner Tagesspiegel mit ein paar zusammengefassten Leckerbissen für PolitikBlogs:

  • Die Taktung der Nachrichten hat sich durch die neuen Medien immens beschleunigt.
    Ja, vor allem die Taktung von Pseudo-Nachrichten.
  • Brauchen die Politiker in Zukunft überhaupt noch Journalisten? Angela Merkel spricht mittlerweile ohne journalistische Vermittlung durch ihren Podcast zum Volk.
    Angela Merkels Podcast ist eben nicht sehr relevant. Die Multiplikation von Botschaften im Internet spielt eine Mechanisierung des Journalismus auch eher vor. Nach wie vor haben etablierte Medienunternehmen, Nachrichtenagenturen, Journalisten, überhaupt professionelle Urheber von Texten, Bildern und Filmen eine enorme Macht, Themen und Stile zu setzen. In Zeiten eines medientechnologischen Umbruchs investieren die Medienkonzerne jetzt stärker in die Verteilformen als in die journalistische Substanz. Das wird sich auch wieder ändern, da bin ich ganz sicher.
  • Aber man wird an den Online-Medien nicht vorbeikommen, oder?
    Nein, warum auch, schon jetzt ist alles Online in einem Netz, Radio, Fernsehen, Fotografie, Musik, Games, Print. Das Internet fügt alle bisherigen Medien auf einer höheren technologischen Ebene zusammen. Es macht auch bisherige Vorstellungen von Regulierung hinfällig. Neulich habe ich gelesen, eine Untergruppe der deutschen Landesmedienanstalten habe beschlossen, dass Websites eine Rundfunklizenz beantragen müssen, wenn Bewegtbilder zeitgleich von 500 Klicks aufgerufen werden. Da wird mit alten Begriffen wie „Rundfunk“ hantiert, in typischem Rückspiegeldenken, damit alte Zuständigkeiten erhalten bleiben. Aber das ist der übliche Zirkus der deutschen Medienpolitik.
  • Dabei wäre es wichtig, mediale Entwicklung wie zum Beispiel Google zu beobachten.
    Ja, das ist ein Anachronismus. Google kann transnational machen, was es will. Der Konzern verteilt zum Beispiel ganz unschuldig Pornografie aller denkbaren Formen weltweit, während die Landesmedienanstalten sich hier mit sogenanntem Jugendschutz die Zeit vertreiben. Man braucht im Grunde öffentliche Institutionen, die mit den Googles dieser Welt satisfaktionsfähig kommunizieren können. Die Datenakkumulation von Google wäre ein wichtiges Thema, aber auch die Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten. Es gibt ja ernstzunehmende Hinweise, dass Google mit CIA und NSA zusammenarbeitet, weil die Rechnerkapazität von Google viel größer ist, als die der Geheimdienste. Also, was folgt daraus? Das ist doch eine wichtigere Frage, als solche Begriffskataster, ob ein Videoblog vielleicht Rundfunk ist.
  • Welche weiteren Veränderungen kommen auf den Journalismus zu?
    Im Internet wird alles auf einer elektronischen Fläche wieder zurückgeholt. Da haben Sie die Chats, die Communities, die Blogs und Vlogs und Pornos, aber auch den klassischen Journalismus in extremer Nähe. Und jüngere Nutzer vertrauen dem Internet fast alles an, sie geben sich dem Medium in erstaunlicher Weise preis. Ein technologischer Kommunismus, der den faulig gewordenen politischen Kommunismus ersetzt hat. Das ist die Sehnsucht nach egalitären Strukturen, die McLuhan schon in den 1960er Jahren beim Aufkommen des Fernsehens vohergesagt hat. Journalisten fühlen sich dadurch marginalisiert. Doch es geht in diesem Beruf darum, Zeitgenosse der gesellschaftlichen Verhältnisse, der politischen Dramen und der Comédie humaine zu sein. Publizisten, die sich durch realistischen, zeitgenössischen Stil und Recherche auszeichnen, sind weiterhin kenntlich und wertvoll. Also: kein Ende des Journalismus in Sicht.

Die PolitikBlogs-Moral von der Geschicht’: Technisch alles anders, für das Verhältnis Journalismus & Politik wenig Neues.

Meine Medienanalyse zu Nennung und Zitierung politischer Blogs in Schweizer Printmedien (2000 bis 2007) schreitet – auch dank einer Offline-Auszeit – voran. Ich hatte es nicht wirklich anders erwartet, aber ich finde bei meiner Untersuchung tatsächlich weniger Nennungen politischer Blogs helvetischen als US-amerikanischen Ursprungs.

Ob helvetische Polit-Blogs je eine solche Resonanz erfahren werden wie derzeit amerikanische Blogs im Wahlkampf der democrats, steht noch in den Sternen der hiesigen Blogosphäre. Auf Grund der bereits mehrfach erwähnten riesigen Unterschiede im Medien- und Parteiensystem zwischen den USA und vielen westeuropäischen Ländern zweifle ich etwas daran. Aber die neue «Netroot»-Bewegung unter der Führung von DailyKos, der vor einer guten Woche sieben der acht demokratischen Präsidentschaftskandidierenden plus 1500 Aktvistinnen und Aktivisten am Blogger-Kongress YearlyKos versammelte, ist dennoch eindrücklich. Natürlich tingeln wanna-be-presidents-of-the-USA überall hin, wo sie noch ein paar Stimmen vermuten, aber sie scheinen dennoch der Meinung zu sein, dass mit Blogs Politik gemacht werden kann.

Im Tages-Anzeiger hiess es, dass die US-Demokraten die Hoheit im Internet hätten (Online-Artikel zahlungspflichtig), während Konservative die Radio-Talkshows beherrschten.

Politik-digital hob eher die Angst der Politprofis heraus, im Internet lächerlich gemacht zu werden – eine durchaus realistische Befürchtung, obwohl sie sich vor «Leser-Reportern» wie z.B. bei der BILD-Zeitung wohl viel eher in Acht nehmen müssen. Es handelt sich dabei somit nicht in erster Linie um ein Internet-Problem.

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Interessante aktuelle Links:

Sonntags-Zeitung: Blogs als Recherchegrundlage für klassische Medienschaffende im Irak
Businessportal: Politik verdrängt Tourismus als Blogger-Topthema

Mal wieder eine Debatte um die Relevanz von Blogs:

Süddeutsche: Ausgebloggt
jetzt (Süddeutsche): Im Netz nichts Neues: Deutsche Weblogs bewegen weniger, als man denkt
Stefan Niggemeiers Antwort: Ich weiß nicht, ob Zeitungen sich ihrer eigenen Relevanz dadurch versichern können, dass sie immer wieder ausführlich über etwas berichten, das nach ihrer eigenen Aussage so irrelevant ist.
Jan Schmidts Antwort: Ich habe […] argumentiert, dass das “Irrelevanz-Argument” ein immer wiederkehrendes Thema in den Diskursen rund um Weblogs ist, obwohl es aus meiner Sicht nicht haltbar ist; schade, dass der SZ-Artikel hier keine Ausnahme macht.

Die Ära der politischen Vlogs ist definitiv angebrochen.

Die Bedeutung des geschriebenen Wortes nimmt in der digitalisierten Politik ab – Politikerinnen und Politiker sehen sich, genau wie im analogen Leben, lieber gefilmt reden als in geschriebene Worte gefasst. Ein YouTube-Auftritt (oder die ganzen entsprechenden einbettbaren Videoplattformen) ist attraktiver als geschriebene Blog-Beiträge – Rhetorik ist schliesslich der Überzeugungskraft von Argumenten in Textform oft überlegen.

Die deutsche Netzzeitung präsentiert 10 politische Vlogs.

Frau Merkel hat seit einem guten Jahr ein Vlog, Toni Blair gratulierte Nicolas Sarkozy über YouTube zu seiner Wahl, nachdem auch Sarko sich gerne mit dem eigenen Videokanal ans Volk wendet. Der Zürcher Stadtpräsident vloggt, und auch der Berner Politiker Fuchs wendet sich ohnehin kaum in geschriebener Sprache in die Wählerschaft der Schweizerischen Volkspartei.

Aufgefallen war mir auch, dass Vloggen nicht einzig mit technischer Affinität der Politisierenden zusammenhängt. Sondern derzeit auch sehr mit deren Grad an Populismus. Zu beobachten ist das auch beim französischen Front National, deren Wählerschaft wohl nicht so gerne liest.

Schliesslich stellt sich auch die Frage, wie sehr die These, Blogs/Vlogs würden den politischen Diskurs demokratisieren, noch haltbar ist, wenn im Grunde doch nur jene Blogs/Vlogs der bereits etablierten Politikerinnen und Politiker breite Aufmerksamkeit geniessen.

Update:

Das Forum Politik hat neulich einen schönen Artikel über YouTube und die Deutschschweizer Politik veröffentlicht.

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Derzeit ebenfalls im E-Gespräch (Netzzeitung Teil 1, Teil 2, Teil 3, Golem, Netzpolitik): die äusserst internetaffine deutsche Jungpolitikerin Julia Seeliger.

Zunehmend halte ich den politischen Einfluss von Blogs für sehr beschränkt. Denn auch wenn sich in der Schweiz nun auf die Wahlen im Herbst viele Parteien zögerlich für den Online-Wahlkampf rüsten, weil man neue Macht durch Neue Medien erhofft, werden die Wahlen nicht im Internet entschieden.

Das Interview der Netzzeitung mit dem bekannten US-Blogger Steve Clemons, der mit seiner Washington Note eine Millionenleserschaft anzieht und eine prägende Stimme im US-Präsidentschaftswahlkampf ist, lässt allerdings andere Zukunftsperspektiven erahnen.

Interessante Punkte aus dem Interview:

  • «Politische Blogger sind in den USA sehr einflussreich, da es verhältnismässig wenige gibt.»
  • «Im Internet entsteht eine neue Art von Öffentlichkeit, ein neues Öko-System. NGOs und Politiker versuchen gleichermassen, zu diesen Zielgruppen vorzudringen.»
  • Online-Wahlspenden: Clinton hat mit Online-Spenden 4,2 Millionen Dollar eingenommen, Obama 6,9 Millionen Dollar
  • Das politische Bloggen in Deutschland ist noch nicht so erfolgreich. Woran liegt das?
    «Ich denke dass hat mit der Internet-Durchdringung zu tun. In den USA gibt es rund 45 Millionen Leser politischer Blogs. Das liegt auch daran, dass viele ältere Menschen online sind.»

Während ich selbst mit Bloggen ins Hintertreffen gerate, vloggt unser Stadtpräsident nach seinem NZZvotum-Gastblogger-Auftritt bereits seit zwei Tagen frisch und fröhlich.

Auch sonst überschlagen sich die Ereignisse, während ich mich für meine Arbeit digital durch 7000 Presseartikel mit Blog-Nennung aus der Schweizer Mediendatenbank wühle:

Nachdem heute sogar jemand mit der erstaunlichen Anfrage «Mein Professor will mit mir schlafen» hier gelandet ist, ging der – inzwischen erfolgreich beendete – 1. politische Blog-Karneval ohne mein Zutun über die Bühne. Und zu allem Unglück wurden in den letzten Wochen gleich zwei grössere Schweizer Printmedien geschlossen. Irgendwie wartete ich gespannt darauf, dass jemand diesem Internet und diesen Blogs die Schuld für das Printsterben geben würde – obwohl ich das dann doch für falsch gehalten hätte. Irgendwie scheinen jedoch Gratiszeitungen in Realität das viel bedrohlichere Geschäftsmodell für Zeitungen mit gewissen journalistischen Qualitätsansprüchen zu sein. In Kürze werden wir in der Deutschschweiz vier Gratiszeitungen haben: 20 Minuten (mit einer um 25 % aufgestockten Auflage), heute, das ab September ins Haus gelieferte .ch und eine neue Tamedia-Gratiszeitung, die nach dem gestorbenen Facts kommen soll. Und vielleicht noch viele andere mehr.

Web-Revolution – oder eben gerade nicht?
Das online relativ frisch ge-re-launchte «Magazin» recycelte Guido Mingels’ Artikel über die Nicht-Revolution durch das Internet. Was da über das Netz und auch Blogs gesagt wird, ist gar nicht so falsch, im Gegenteil. Auch wenn die Zahl 16 Millionen Blogs inzwischen hoffnungslos veraltet ist (vor ein paar Monaten waren es bei Technorati bereits über 70 Mio):

Ein Internet-Mythos jüngeren Datums ist jener der Weblogs als fünfter Macht im Staat, die die herkömmlichen Massenmedien als Informationslieferanten ablösen werden. […] Die Zahl der Blogs wird weltweit auf 16 Millionen geschätzt.

Mingels wirft einen relativ nüchternen Blick auf die digitale Revolution, mit dem ich über weite Strecken einverstanden bin. Dennoch ist es schön, dass Peter Sennhauser (dessen Name erstaunlich viele meiner 7000 Artikel ziert) bei Medienlese Mingels’ abgeklärten Standpunkt wiederum ironisch relativiert:

Mingels’ Fazit: Das Internet ist nur ein Werkzeug. Gesellschaft und Politik sind weitgehend unberührt. Nur der Konsum ist noch bequemer geworden. Wie wahr. Es ist genau wie mit der Erfindung des Verbrennungsmotors. Nichts hat sich geändert, die Bauern haben lediglich die Pferde durch Traktoren ersetzt…

Seit neustem bloggt auch der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber bei NZZonline. Die Behauptung, dass mehr Blogposts als Bloglesende im Netz hängen, glaube ich bald auch.

Blogdemokratie? – Ja…
Die bei NZZvotum ausgetragenen Debatten unter Blogposts von Politikerinnen und Politikern sind teilweise tatsächlich von erstaunlich hoher Qualität. Dass diese Blog-Kommentar-Diskussionen ein demokratisierendes Element in den politischen Diskurs bringen, kann mit Recht behauptet werden.

… aber …
Gleichzeitig haben nach wie vor die bisher Tonangebenden die Hauptstimme, die Plattform wird wie bisher von einem traditionellen Medienhaus geboten, und es ist nach wie vor eine tendenziell elitäre Schicht, die sich auf virtuelle politische Diskussionen einlässt: überdurchschnittlich gebildet, überdurchschnittlich politisch integriert, und mit grosser Wahrscheinlichkeit männlich und technikaffin.

Ich wiederhole mich hier nicht zum ersten Mal, wenn ich sage, dass Blogs zwar grosse Potenziale zur Demokratisierung des öffentlichen Diskurses hätten, dass aber das tatsächliche Nutzungsverhalten im Grunde von einer Verschärfung in Bezug auf den Zugang zum öffentlichen Diskurs erzählt.

Je mehr Content in Bits und Bytes verwandelt wird, desto eher wenden sich die meisten jenen zu, deren Name sie bereits kennen und jenen, die professionell die Content-Tsunamis auf breite gesellschaftliche Relevanz hin filtern: professionelle Medienangebote, die das Bloggen – einst, und heute noch, als die revolutionär neue Stimme der bisher stimmlosen Bürgerinnen und Bürger gefeiert – für sich entdecken.

Man muss noch nicht dem Blog-Pessimismus verfallen sein, um nüchtern festzustellen, dass der öffentliche Diskurs durch Blogs nicht von Grund auf revolutioniert wurde.

Der hübsche TV-Sender “Arte” strahlte vergangenen Dienstag eine Sendung über Wahlkampf im Netz aus:

WWW – Der neue Weg ins Elysée?

Wie versprochen gewährt PolitikBlogs Einblick in seine Notizen zur Sendung:

Was bringt das WWW für die Politik – Propaganda oder demokratischere Debatten?

  • Die französische Bevölkerung ist im Internet unter den europäischen Ländern am aktivsten. Alle Kandidierenden haben sich auf das Internet gestützt, um Wahlkampf zu machen.
  • Die Rede ist von der „Internetrevolution“. Sarkoy sagt über das Netz, es sei ein „formidable moyen de démocratisation“ (hervorragendes Mittel zur Demokratisierung). Royal forderte ihre (erhofften) Wählerinnen und Wähler auf: „à vos claviers!“ (Ran an die Tastaturen!). Ein anderer Kandidat sieht das Internet als „réseau de résistance“ (Netzwerk des Widerstandes).
  • Die französischen A-Blogger erzählen stolz, wie sie Kampagne gegen die EU-Verfassung machten. [PolitikBlogs stellt (inzwischen nicht mehr so ernüchtert, sondern eher nüchtern) fest: Auch die französischen A-Blogger sind Journalisten, Schriftsteller oder Politikerin – keine solchen, die vor der Existenz des Internets keine Stimme in der Öffentlichkeit hatten.]
  • Es folgen unzählige Ausschnitte aus der digitalen Begleitung des Wahlkampfes – Propagandamaterial, Gegenpropaganda, Blödsinn und tatsächlich witzige Kreativitätsausbrüche. Zum Beispiel: Die Beerdigung Sarkozys wird filmisch verbreitet, oder die Geschichte mit dem Handyvideo (in dem Royal eigentlich „off the record“ die offiziell bloss 35 Stunden beschäftigten französischen Lehrkräfte kritisiert, die nebenbei noch gut bezahlte Privatstunden geben), das Royal viel Sympathiepunkte der Lehrergewerkschaften gekostet hatte, Musikvideos, in welchen Popsongs zu Liebeslieder an Mitte-Kandidat Bayrou verwandelt werden. Bei Google Maps outen sich Sarko-Wähler geographisch. Das Portal Sarkozy.fr enthält Kampagnenvideos auf chinesisch und in unterschiedlichster musikalischer Form. [Ein regelrechtes digitales Einlullen der französischen Stimmberechtigten.]
  • Die grosse Freude der Politikerinnen und Politiker, die für ihre persönlichen Werbespots vermehrt auf die „verzerrend“ vermittelten Massenmedien verzichten können, ist spürbar.
  • Bayrou wurde von den Bloggern am besten aufgenommen. Er antworte auf Mails und schreibe Kommentare, wenn man über ihn blogge. Eine Online-Umfrage zeigte, dass er der Präsident der Blogosphäre geworden wäre.
  • Der junge Projektleiter des Internetauftritts des Front Nationals (politische Heimat des rechtsextremistischen Kandidaten Le Pen) sagt, ihre Klientel möge keine Texte [wenn sie denn überhaupt das Internet nutzt...]. Beim Front National setzt man zielgruppengerecht auf Internetvideos.
  • Der royale Online-Kampagnenleiter liess ein telefonbuchdickes Buch drucken, das die digitalen Reaktionen und Träume, die an Ségolène herangetragen wurden, beinhaltete.

Fazit am Ende der Sendung:

  1. Die Internet-Debatte hat im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen nicht stattgefunden.
  2. “Les internautes sont très fortement diplomés par rapport aux autres.” Die Variable Bildung spielt für die Nutzung politischer Inhalte im Internet eine grosse Rolle. [Aus meiner Sicht kein gutes Argument für die Demokratisierungsthese im Internetbereich. Im Gegenteil.]
  3. Die grossen Blogs sind gegen Ende der Wahl zusammengebrochen. Ein Blogger hatte dafür verschwörungstheoretische Erklärungen, wahrscheinlich war es schlicht eine Überlastung der Server.
  4. „Die wahren Mächtigen sind noch immer die journaux télévisés“ (TV-Nachrichten), sagt ein Blogger.
  5. Ist das Netz nun eine 5. Macht? – Nein, aber die Entwicklungen im Netz werden nicht aufzuhalten sein. [Was heisst schon das Netz? Ist es das gleiche Netz, wenn bezahlte Polit-PR-Menschen ihre Kandidierenden im WWW pushen wie wenn sich über netzbasierte Kanäle "politischer Widerstand" in der Zivilbevölkerung formiert? Technisch gesehen ist es das gleiche Netz, aber die Funktion ist so verschieden, dass m.E. nicht von dem einen Netz und dessen Macht die Rede sein kann.]


Mein persönliches Fazit:

  1. Stimmt in etwa mit dem Fazit der Sendung überein. [Ein paar Kommentare sind schon eingefügt.]
  2. Habe mich während der Sendung mal wieder ins schrecklich eigensinnige französische Computervokabular verliebt. Internauten wäre doch mal ein hübscher Sprachimport.
  3. Eine Online-Wahlkampagne zu leiten ist kein Schoggi-Job (Schweizerdeutsch für super-angenehme Aufgabe). Die riesigen Augenringe des Web-Kampagnen-Leiters von Ségolène Royal sprachen Bände.
  4. Der Eindruck entstand, dass sich – ähnlich wie dies bereits US-Studien belegen – die Blogosphären der politischen Lager kaum überlappen. Statt von der französischen politischen Blogosphäre zu sprechen, ist wohl Einzelaufzählung der Sarkosphère, Ségosphère und Bayrousphère treffender.
  5. Warum die französischen Internetuser aktiver sind als im übrigen Europa, kann am ehesten mit der frühen Affinität zum ominösen französischen Minitel erklärt werden, dem grundsätzlich debattierfreudigen Land und vielleicht mit den relativ wenig demokratischen Mitbestimmungsrechten, was offenbar mehr Lust zu netzbasierter Partizipation zu wecken vermag als anderswo. Aber so genau weiss man wohl nicht, warum die Grande Nation mal wieder eine exception ist, ausser dass sie es halt immer ist.

Wenn die Unerwerbstätigkeit zu einem Ende gekommen ist und der Abgabetermin der Abschlussarbeit in greifbarere Nähe rückt, wird auch der Blog-Euphorikerin klar, dass Bloggen und das Lesen von Blogs in erster Linie ein Ressourcenproblem sind. Zu viel ist im digitalen All los, als dass man auf professionelle Informationsfilter verzichten könnte (was keineswegs eine Verherrlichung der neu entstehenden Print- und pdf-Magazine für Blogs ist). Allzu leicht gerät die Ab-und-zu-Bloggende und häufige Blog-Leserin in einen Rückstand, Noch-zu-Bloggendes sammelt sich an, geht vergessen, verloren in den Tiefen des RSS-Readers oder ist längst von anderen zu Tode gebloggt worden.

Hier folgt darum mal wieder ein digitaler Kraut- & Rübenbeitrag mit dem Beigemüse Blogs (und anderes Web 2.0), Politik und Wissenschaft:

  • Mitmach-Lizenziatsarbeit: Web 2.0 im E-Learning-Bereich hat vor einem Monat die Besprechung meines definitiven Konzepts der Abschlussarbeit beeinflusst: im Wiki der OLAT-Plattform der Uni Zürich hat sich im Vorfeld der Diskussion im sog. Lizenziandenkolloquium eine Online-Debatte darüber entwickelt, wie der Einfluss von Blogs auf den politischen Diskurs am besten zu messen sei. Klarere Definitionen von “politisch relevanten Blogs” sowie “Demokratisierung” wurden gefordert.
  • Meine Arbeit wird die Zitierung und Nennung (politisch relevanter) Blogs in Mainstreammedien analysieren. Untersucht werden alle in der Schweizerischen Mediendatenbank (SMD) enthaltenen Printmedien. Einer grossen und grosszügigen Schweizer Tageszeitung sei Dank für ihr nettes zur Verfügung Stellen eines SMD-Zugangs, dessen käuflichen Erwerb mich ruiniert hätte.
  • Mein Professor regte nach der Präsentation meines – wie wir dies Neudeutsch so hübsch nennen – Research Designs an, ich möge einen Vergleich mit Leserbriefschreiberforschung heranziehen, wenn ich zu identifizieren versuchte, wer hinter den zitierten Blogs steckt. Mal sehen, ob sich da tatsächlich Parallelen ziehen lassen.

Web 2.0-Trouvaillen der letzten Wochen als archivierendes Sammelbecken:

  • danah boyd über Web 3.0. In den Kommentaren brachte es jemand auf den Punkt:

Web 1.0 – The consumer.
Web 2.0 – The consumer as creator.
Web 3.0 – The consumer as destroyer.

  • Der viel beachtete Spreeblick-Artikel Per Anhalter durchs Web 2.0, der auch für re:publica-Unterhaltung gesorgt hatte.
  • Eher unpolitisch, aber Web 2.0: Nach Last.fm nun auch noch LovelyBooks.de und MoviePilot.de, die Kulturjunkies noch mehr zu Onlinejunkies machen.
  • Der beste Web 2.0-Film, der mir je auf den Schirm gekommen ist: Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us
  • Need a name for your Web 2.0 company? Try this handy name generator.
  • Endlich Ruhe vom Web 2.0: Alleinr

Gespielte Online-Politik, Arte & iRack
Auf die spielerischen Politaktivitäten im Online-Spiel Power of Politics (ich war letztes Jahr mal kurz da eingeloggt) wollte ich längst mal hinweisen. Mit Blogs hat es aber meines Wissens nichts zu tun. Hat sich da jemand mal länger getummelt?

Heute Abend hatte ich mir über Zattoo die Arte-Sendung Wahlkampf im Netz angeschaut, in der die Ségosphère und die Sarkosphère eine grosse Rolle gespielt haben. Eine kurze Zusammenfassung folgt noch.

Zum Schluss ein politischer, köstlicher Film, der schon vor Wochen durch die Blogosphären geschweift ist: iRack.

Bald folgt eine längst geplante Zusammenstellung von digitaler Fachliteratur.

Es tut sich etwas in der helvetischen Polit-Blogosphäre. Nachdem der prominente Polit-Analyst Claude Longchamp im Zürcher Tages-Anzeiger als nächtlicher Blogger porträtiert worden war, drehte sich die Diskussion um den Schweizer Bundesrat und Medienminister Moritz Leuenberger, der seit wenigen Tagen ein eigenes Blog betreibt. Erst drei Einträge, aber hunderte von Kommentaren.

leuenberger.jpg

Im ersten Eintrag schrieb er:

Ich habe mich schon einige Male über Blogs geäussert, jedoch nie in einem Blog. Als Kommunikationsminister interessiert mich, ob sich ein Blog für den Meinungsaustausch eines Bundesrates mit anderen Menschen eignet oder nicht.

Auch Hillary Clinton und Ségolène Royal setzen auf Politik 2.0. Sie versuchen aktiv die Blogosphäre für ihre Sache zu gewinnen. Das Blog Ségosphère fasst Blogs um Royals Kandidatur zusammen und erklärt, wie man selbst über Ségo bloggen kann.

 

In der Blogsprechstunde vom letzten Dienstag war “Mister Netzpolitik.org” zu Gast: Markus Beckedahl, die Anlaufstelle für Internetpolitik (nicht zu verwechseln mit Politik im Internet). Ich stellte ihm jene Frage, der ich in meiner Arbeit nachgehe: Inwiefern Blogs und andere Erscheinungen von Web 2.o den öffentlichen Diskurs demokratisieren. Er bestätigte implizit, was ich auch immer wieder denke: Dass die Vorstellung einer breit abgestützten partizipativen Demokratie ohnehin utopisch ist. Nur weil sie sich mit dem Internet leichter in den politischen Diskurs einklinken könnten, wird die grosse Masse, die sich dann halt doch nicht so schrecklich für Politik interessiert, doch nicht eher teilnehmen als davor. Markus Beckedahls ganze Antwort (aufs Bild klicken):

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Eine weitere Frage wurde gestellt zum Thema “Bürgerjournalismus”. Beckedahl beurteilt diese Entwicklungen als positiv:

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In der Blogsprechstunde erfuhr ich auch von re:publica 07, einer Blog-Konferenz in Berlin im April, die ebenfalls von Beckedahl getragen wird und massgeblicher Beteiligung von Johnny Haeusler vom legendären Berliner Blog Spreeblick.

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So einiges, was in der deutschsprachigen Blogosphäre Rang und Namen hat, wird dasein, nicht zuletzt auch der hier schon oft erwähnte Blog-Forscher Jan Schmidt, der im Übrigen zurzeit auch sehr interessante Analysen der deutschen Blogcharts durchführt.

 

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Politik-digital.de führt neuerdings ein wunderschönes Dossier zu “Die Blogger und die alten Medien” und NZZ Online berichtet aus dem Eigenleben ihrer blogbasierten Wahlplattform NZZvotum rund um den Zürcher Wahlkampf.

 

 

4 Jahre Gefängnis für ägyptischen Blogger
Die zwei grossen Deutschschweizer Qualitätszeitungen, Neue Zürcher Zeitung (NZZ) und Tages-Anzeiger, widmen heute beide zufälligerweise ihre Seite 7 der zunehmend verfolgten ägyptischen Blogosphäre. Dass Regierungen in kritischen Blogs eine Gefahr wittern, und immer drakonischere Strafen aussprechen, zeigt im Grunde das oft zitierte Demokratisierungspotenzial von Web-Öffentlichkeit. Leider wird natürlich gerade da, wo in Sachen Meinungsfreiheit am meisten bewegt werden könnte, auch am meisten unterbunden.

Blogs=Internet-Tagebücher?
Mainstreammedien lieben noch immer den Begriff Internet-Tagebuchschreiber, was mich besonders im Zusammenhang mit politischen Blogs auf seltsame Weise ratlos macht. Nicht dass analoge Tagebücher nicht auch politisch sein könnten. Aber Tagebuch klingt doch sehr nach persönlichen Befindlichkeiten, die unter dem privaten Kopfkissen liegen, kaum etwas mit allgemein verbindlichen Regeln zu tun haben, geschweige denn global per Mausklick einsehbar sind.

NZZ Votum

Die NZZ, manchmal auch alte Tante genannt, gibt sich jung: Letzte Woche präsentierte sie NZZ Votum. Politikerinnen und Politiker bloggen dort unter der Schirmherrschaft der NZZ um die Wette. Unklar ist mir, ob es pro Partei eine Begrenzung gibt, wer wie viele Beiträgeveröffentlichen darf oder ob sich das scheinbare Gleichgewicht ohne Beschränkung eingependelt hat. Man kann auch nur die Beiträge einzelner Parteien verfolgen (NZZ-Parteienblogs). Zurzeit geht es noch um die kantonalen Wahlen in Zürich, man darf aber annehmen, dass es sich um einen Testlauf handelt für die nationalen Wahlen im Herbst.
Fragen zu NZZ Votum: Wie demokratisch ist diese Form von Blogs, die in das Angebot eines Mediums wie der NZZ eingebettet ist, das traditioneller nicht sein könnte? Sind die Kommentare bloss eine Flut von Leserbriefen, die in der Masse schliesslich doch untergehen? Oder handelt es sich um einen wahren politischen Diskurs, der für alle einsehbar ist? Lesen jüngere Leute eher die Blog-Einträge und ältere eher die gedruckte Version der NZZ? Was gelangt aus den Blog-Diskussionen in die Druckversion? Übernehmen schlussendlich doch wieder dieselben Akteure die Moderation des politischen Diskurses – neuerdings eher als Content-Animateure statt dem traditionellen Bild des Journalismus zu dienen? Christian Schenkel von der eDemokratie stellte zudem die Frage, ob es sich nun um ein Blog oder ein Forum handle.

Offline ergiebiger
Diese Woche war ich knapp drei Tage offline, um endlich mal wieder Gedrucktes zu lesen. Es hat sich – gelinde gesagt – gelohnt, der digitalen Ablenkung für eine Weile zu entfliehen. Zum Beispiel habe ich endlich das Buch der ZKM-Tagung (Neue Medien zwischen demokratischen und ökonomischen Potenzialen) gelesen, das schon seit vielen Wochen im Regal stand. Noch bevor der namhafteste deutschsprachige Blog-Forscher darüber bloggte und eine nette Besprechung lieferte. Aber bloss durchblättern hilft natürlich nicht viel und die Erkenntnis, dass da ganz tolle Sachen drinstehen, auf die man ansatzweise auch selbst kommen kann (nur viel Zeit dafür opfert), und dass dort Literaturlisten drin sind, die in grossen Teilen mit meiner eigenen BibTeX-Datenbank übereinstimmen, ist zwar schön, aber auch irgendwie doof, wenn man sich das alles mühevoll selbst zusammengegoogelt und genebist hat. Die Moral von der Geschicht’: Verschmäh trotz Internetliebe das bereits Gedruckte nicht.

Short-News und -Oldies

  • Aus Österreich wurde ich heute von einem seit der WOS 4 Bekannten von RegisteredCommons darauf aufmerksam gemacht, dass in Zürich nächstens BlogCampSwitzerland stattfindet, wovon ich längst gelesen habe, aber leider wieder vergessen habe: am 24. März trifft man sich an der ETH Zürich!
  • Der Blog-Polemiker Don Alphonso, den ich in Berlin im Mai 2006 an einer Tagung erlebt habe, sagte der Netzzeitung vor zwei Wochen: Die Politik überschätzt Blogs.
  • Nach dem schon reichlich totgetippten Schlagwort Web 2.0 folgt schon das nächste: Internet 3.0. Konferenzen wollen ja mit einem knackigem Titel gut verkauft sein.
  • In Russland ist gemäss FAZ “Livejournal” der bedeutendste Blog-Anbieter. Anders als in westlichen Ländern dominierten dort nicht Themen wie Lifestyle und Musik, sonderen Politisches. Man hat einen listigen Trick gefunden, um sich vor Zensur zu schützen: aus Russland mach Trinidad & Tobago. Das hat man immerhin an der letzten WM schon mal gehört. Wenn auch zum ersten Mal.
  • Der Kontakt zwischen dem wegweisenden Portal politik-digital.de und PolitikBlogs ist hergestellt. Blogsprechstunden nicht verpassen! Und sonst einfach Chat-Protokoll nachlesen.
  • Arbeitstechnisches: Mein erstes Konzept ist vom gütigen Professor (der seit kurzem ein “Zentrum für Demokratie” mitplant) soeben angenommen worden. Mit etwas Lob, aber Dutzenden von (durchaus nützlichen) Änderungs- und Verbesserungsvorschlägen. LaTeX hat mich genauso erfreut wie zur Verzweiflung gebracht. Schliesslich bleibe ich dank netter Unterstützung aber beim extravaganten Text-Verarbeitungsprogramm, nachdem ich schon fast alle meine Word-Verwünschungen – gänzlich versöhnt mit den unzähligen Abstürzen – zurückgenommen hätte.

Seit heute jeden Dienstag bis Ostern bei politik-digital.de: Die Blogsprechstunde mit 10 der namhaftesten deutschen (teilweise auch politisch relevanten) Blogs. Der Trailer dazu:

Heute Nachmittag stand BILDblogger Christoph Schultheis vom bestverlinkten deutschsprachingen Blog in der Blogsprechstunde Red und Antwort. BILDblog ist das Vorzeige-Medien-Watchblog und zeigt, dass Blogs als Überwachungsinstrument traditioneller Mainstreammedien (MSM) besonders tauglich sind. Das integrale Chat-Protokoll ist hier erhältlich. Ich habe übrigens ebenfalls zwei Fragen gestellt (klicken zur Vergrösserung):

bildblog1.jpg blogsprechstunde2.jpg

Update:

Christoph Schultheis hat sich über die Blogsprechstunde geäussert und meine Frage dazu, wie sehr sich wohl die BILD- mit der BILDblog-Leserschaft überlappe steht in der Zusammenfassung der Blogsprechstunde (Natürlich wurde dafür beim helvetischen “gross” das “ss” durch das mysteriöse ß ersetzt). Nächsten Dienstag ist Mario Sixtus alias elektrischer Reporter (ein wegweisendes Videoblog unter der Schirmherrschaft des Handelsblattes) mit von der Partie. Politisch ist das Blog in erster Linie in Internet-Fragen wie Urheberrecht und Datenschutz.

Web 2.0 am WEF
In antikorporatistischen Kreisen ist das World Economic Forum (WEF) in den Schweizer Bergen äusserst unbeliebt. Dennoch ist es tonangebend für aktuelle globale Themen. Dass auch der Einfluss des interaktiven Internets (The Impact of Web 2.0 and Emerging Social Network Models) besprochen wurde, spricht für die Veranstaltung und auch für die Aktualität des hier behandelten Themas. Die gesamte Diskussion kann (gelobt sei dieses Internet!) noch immer jederzeit abgerufen werden:

Die Gästeliste war hochkarätig, aber natürlich sehr businessorientiert:

Caterina Fake von Flickr (die erfolgreichste Fotoblog-Community), Bill Gates, Chairman eines gewissen Software-Riesen, Chad Hurley von YouTube, Mark G. Parker von Nike (warum nur?) und Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien.

Eloquent moderiert wurde das Podium von Peter Schwartz, Chairman von Global Business Network. Die Stimmung der Diskussion war in Web 2.0-Manier weitgehend euphorisch. Es wurde einmal mehr der Politik überlassen, kritisch zu sein: Viviane Reding zeigte ihre Begeisterung für das partizipative Internet als “democratic tool”. Sie mahnte aber, dass Datenschutzprobleme nicht gelöst seien, und dass der Zugang zum Internet in allen Ländern möglichst offen bleiben müsse – wenn nötig müsse dies mit politischen Mitteln erreicht werden. Der Moderator liess sich zu einem Schlussstatement hinreissen, in dem das Web 2.0 als eine “Revolution von unten” und eine “Machtverschiebung von gross und zentralisiert hin zu klein und dezentralisiert” beschrieben wird.

Update: (Man müsste Wirtschaft studieren, dann düfte man auch so optimistisch und überschwänglich sein. Ob sich bloss notorisch pessimistische Menschen der Politik(wissenschaft) zuwenden oder ob diese jene ursprünglich ebenso euphorischen Menschen zu kritischen und politisch überkorrekten Missmutigen macht? Das wäre doch mal was für psychologische Forschung.)

Shortnews aus der Blogosphäre:

  • Die taz stellte kürzlich die sechs wichtigsten Berliner Blogs vor. Darunter sind immerhin drei, die regelmässig zu explizit politischen Themen schreiben. Wo doch immer wieder gesagt wird, dass die überwiegende Mehrzahl von Blogs in keiner Weise von politischer Relevanz sind.
  • Gegen 14 Millionen Internetaktivisten begleiten gemäss dem Medienboten den US-Wahlkampf mit Kommentaren, Blogs und Videos. Im gleichen Online-Artikel ist zu erfahren (auf eine Quelle wird leider nicht verwiesen), dass Mediennutzer unter 36 Jahren in den USA dem Netz mehr trauen als Zeitungen. Arianna Huffingtons Blog-Imperium wird ebenfalls erwähnt, wo mehr als 800 Blogger aktiv sind.
  • Schon wieder ging nach LeWeb 3 in Paris Ende Januar in Wien eine grosse Konferenz über Web 2.0 über die Bühne. Diese hörte auf den klingenden Namen Digital Life Design: DLD07. Auch hier war der Fokus sehr businessorientiert, sodass der Eindruck entsteht, das Web sei in erster Linie eine Goldgrube für Investoren. Interessant für unsere Zwecke waren die Programmpunkte “Where is the audience?” und “Where are the editors?”. Die Videostreams der einzelnen Veranstaltungen sind hier zu finden. Besonders gefallen haben mir die Schlagworte : Gutenberg 3.0 – media in transition und Media without editors.
  • Der Westschweizer Politiker Josef Zisyadis bloggt seit einer Woche. Er dürfte der erste Schweizer national tätige Politiker sein, der für seinen Wahlkampf neue Medien einsetzt und ungefiltert durch journalistisches Handwerk mit seiner Wählerschaft kommuniziert. Beraten hat ihn übrigens die bereits erwähnte Stephanie Booth, ihres Zeichens Blog-Consultant.
  • Der poetische Frank Schrillmacher von den Blogdenunziaten hält mich “in Zaun” (oder ich ihn?), was auch immer das heissen mag. Zudem scheint es um meine Watchdog-Person geschlechtliche Verwirrungen zu geben.

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Nach Feierlichkeiten, Ferientagen und einem aufwendigen Vortrag wünsche ich der noch immer unverhofften, inzwischen allerdings hochgeschätzten PolitikBlogs-Leserschaft ein angenehmes neues Jahr! Zumindest in der Schweiz werden 2007 so einige zum ersten Mal von politischen Blogs hören – und seien es Wahlkampfblogs für die nationalen Wahlen.

Zwei interessante Blogs der technisch hochqualifizierten Sorte möchte ich heute vorstellen, da sie einerseits zeigen, dass Blogs auch Rundfunkmedien sein können, und andererseits auch etwas zum Thema beigetragen haben.

Der Spreeblick-Tausendsassa Johnny Haeusler macht inzwischen auch eine Radiosendung namens TRACKBACK über die Blogosphäre, die über das Trackback-Blog bei Spreeblick jederzeit abrufbar ist. Johnny hat sich neulich mit dem sympathischen Riesenmaschine-Chefredakteur Sascha Lobo (Chefredaktor hiesse das übrigens in der Schweiz und hiesse hiesse hieße in Deutschland) über Blogs und zudem auch über das bloss sehr spärliche Vorhandensein politischer Blogs in Blogcharts unterhalten. Hörenswerter Podcast.

Der elektrische Reporter ist ein professionell gemachtes Videoblog, das auf witzige Weise über neue Kommunikationstrends in der Informationsgesellschaft berichtet. Im neusten Beitrag kommt Rechtsprofessor und Internetstar Lawrence Lessig zu Wort. Er äussert sich zur Zukunft der Medienwelt im Allgemeinen und sagte u.a., was zum Beispiel Cass Sunstein in Republic.com in Bezug auf den Informationsstand in Demokratien befürchtet: “Viele machen sich Sorgen, dass gemeinsame Bezugspunkte unserer Kultur verschwinden werden.” Dies ist ein mögliches Szenario der aktuellen Fragmentierung von Informationskanälen. Allerdings scheint es genauso plausibel, dass die Suche nach Orientierung gerade durch die Fragmentierung noch grösser wird. Niemand möchte ständig sein eigener Programmdirektor sein, schrieb neulich mal Professorin für Medien- und Kommunikationsmanagement Miriam Meckel in ihrem Blog (auf das man zurzeit nicht zugreifen kann). Lessig beschreibt, dass z.B. die Zukunft des Fernsehens mit dem aktuellen Buchmarkt vergleichbar sei: von den unzähligen Büchern werden manche von vielen gelesen, manche gar nicht oder verschwindend wenig, aber insgesamt lesen alle jene Bücher, die sie wollen und nicht jene, die sie vorgesetzt bekommen (wie dies bei den im Vergleich spärlich vorhandenen Fernsehkanälen geschieht). Natürlich betont Lessig auch die Interaktivität der zukünftigen Medienlandschaft, die ja mit dem Schlagwort Web 2.0 schon fast totgetippt worden ist, und umschreibt sie mit dem Wort Prosumer, was neben der hier gemeinten Kombination von consumer & producer offenbar noch irgendwas mit Digitalkameras oder gar professional-consumers zu tun haben kann.

Es folgt ein langer Sammelbeitrag mit diversen Politblog-Trouvaillen, die vor dem Verlust in den Weiten des WWW gerettet werden wollen. Auch wenn sie nicht viel besser zusammenpassen als Zimtsterne und Appenzeller Quöllfrisch (an geselligen Abenden allerdings gar keine allzu schlechte Kombination).

Blog-Dialog zwischen Politik und Volk?
Toni Blairs Chefstrategieberater sieht im Internet keine Lösung für eine bessere Beziehung zwischen politischem Parkett und Wählerschaft, die Christopher Coenen hier beschreibt. BBC News zitierte Advisor Matthew Taylor ausführlich zur Krise der Beziehung zwischen Politikern und Wählerinnen, die seiner Meinung nach durch die aktuelle Internetkultur und Blogs noch gefördert wird:

“What is the big breakthrough, in terms of politics, on the web in the last few years? It’s basically blogs which are, generally speaking, hostile and, generally speaking, basically see their job as every day exposing how venal, stupid, mendacious politicians are.”

Coenen sieht das positiver, aber dennoch kritisch:

“Weblogs können aufgrund soziotechnischer und -kultureller Charakteristika des Blogging derzeit als besonders gut geeignete Instrumente für den Online-Dialog zwischen Politik und Bürger gelten. Neben den Chancen, die sich dadurch zum Beispiel Parlamentariern und hohen Amtsträgern bieten, bestehen jedoch auch Herausforderungen und Risiken. Dies ist sowohl hinsichtlich der unmittelbaren Interessen der bloggenden Politiker der Fall als auch in Bezug auf die weiter reichenden Hoffnungen, die mit digitaler Demokratie oft verbunden werden.”

Das demokratische Potenzial von Blogs
Seit langem liegt ein interessantes Thesenpapier namens “Demokratie reloaded?” auf meinem Desktop, bei dem es sich um ein geschwisterliches Projekt handelt: Eine Diplomarbeit über das demokratische Potenzial politischer Weblogs im deutschsprachigen Raum von Matthias Paetzolt, betreut von dem Weblog-Forscher im deutschsprachigen Raum: Jan Schmidt. Bamberg etabliert sich neben der Beherbergung von UNESCO-Weltkultur und Erzbischöfen definitiv auch als Blog-Forschungs-Mekka: Schmidt, Abold und nun auch Paetzolt.

Hierher gehört auch der Hinweis auf die Überlegungen in der eDemokratie zu Blogs als Mittel der aussenparlamentarischen Opposition bzw. der Zivilgesellschaft. Diese erinnern stark an das Konzept von Gegenöffentlichkeit, von dem auch zu studentisch bewegten Zeiten um das sagenumwobene Jahr 1968 so oft die Rede war. M.M. von Arlesheim Reloaded äussert in einem Kommentar zum Beitrag seine einleuchtende Vermutung, warum in der Schweiz die politische Blogosphäre nicht so richtig ins Rollen kommt:

  • Das extravertierte Bloggen widerspricht der Schweizer Kommunikationskultur der Diskretion
  • und der helvetische Hochdeutschkomplex hilft der Sache auch nicht.

Als Gründe hinzuzufügen wären aus meiner Sicht auch

  • die Pressevielfalt
  • die vergleichsweise niedrige Konzentration von Medienunternehmen
  • Meinungsfreiheit
  • und ein politisches System, das – wieder vergleichsweise – viel Mitspracherecht seitens der Zivilgesellschaft ermöglicht.

Lesenswert sind auch nja.ch-Tanjas Bemerkungen zu eDemokratie-Christian Schenkels Papier Bloggen in der Politik, wo es u.a. auch um die Frage nach der Definition von Politblog geht und ob Blogs tatsächlich in jedem Fall der Social Software zuzurechnen sind.

“Open Source Reporting”: neue Wikipedia des News-Journalismus?
Das zukunftsweisende Open Source Reporting-Experiment NewAssignment.Net des erwähnten Publizistikprofessors Jay Rosen wird nun auch in Video-Form (7 min) schön erklärt. Reichlich spät habe ich übrigens dessen Blog PRESSthink entdeckt. Da gibt es so viel tolles Material zur Mediendemokratie und die Bedeutung von Blogs, dass man geradezu darin ertrinkt. Man findet z.B. eine ausführliche Schilderung des erwähnten Falls des nicht zuletzt durch die amerikanische politische Blogosphäre zu Fall gebrachten Senators Trent Lott.

Yahoo hat ein neues Newsportal, wo auch Blogs unter dem Tab Opinion erscheinen: Huffington Post z.B. die mit ihrem Kollektivblog eine viel gelesene Stimme in der amerikanischen Blogosphäre ist. Unter dem Tab Politics erscheinen Agenturmeldungen. Es scheint, als könnten Blog-Feeds in modernen Online-Portalen zur aus Printmedien bekannte Kommentarspalte neben Agenturmeldungen werden.

Fragen der Politblog-Forschung
Bei Crooked Timber fand ich die Anfangsüberlegungen anderer Politblog-Forschenden (Eszter Hargittai, Jason Gallo, Sean Zehnder), deren Fragen (wie z.B. ein Politblog überhaupt zu definieren sei) mich zurzeit sehr an meine eigenen erinnern. Auch Bedenken zur Verlässlichkeit der Daten bei Technorati und dem Blog Ecosystem kommen zur Sprache. Herausgekommen ist ein Paper (scheinbar elektronisch für 7 $ erwerbbar) mit dem Titel: Mapping the Political Blogosphere: An Analysis of Large-Scale Online Political Discussion.

Ergänzung zur vermehrten Nennung von Blogs in Printmedien
Kurz nachdem ich die Schweizerische Mediendatenbank auf das Stichwort “Weblogs” abgesucht hatte (siehe letzter Eintrag), fand ich eine Tabelle, die differenzierter eine ähnlich steigende Entwicklung in Deutschland belegt:

Thematisierung von Blogs in Printmedien

Blog-News aus der Schweiz
Das führende Schweizer Telekommunikationsunternehmen hat sich zum Trend-Schlagwort “User Generated Content” ausgedacht, dass einige bloggende Menschen ohne Entschädigung bereit sein würden, wöchentlich zwei bis drei Blog-Einträge zu produzieren, wenn ihnen dazu eine Plattform geboten wird. Es kann auch in der Rubrik Politik und News veröffentlicht werden. Matthias von blog.ch schreibt, warum dies – analog zum praktisch gleichen Experiment der grössten Schweizer Boulevardzeitung – scheitern wird. Besonders interessant ist allerdings, dass in Zeiten von Web 2.0 auch die ausgeschriebene Suche nach “Superbloggern” unverblümt kommentiert werden kann.

Der Stadtwanderer alias Politologe und Sozialforscher Claude Longchamps schrieb u.a. in seiner neusten monatlichen Blog-Top 10 über die Lage der Blogosphäre (wie immer in kleinschrift – Hervorhebung von PolitikBlogs):

. die themenblogs, zum beispiel zu geschichte, politik (nicht politikerInnen!) gesellschaft und kommunikation, sind meine eigentliche lieblinge der blogosphäre geworden; teils hervorragend, leider nicht so zahlreich!

Lawrence Lessigs “Code 2.0″ neu aufgelegt
Er ist so etwas wie ein Superstar der kreativen und idealistischen Kräfte im Internet. Lawrence Lessigs 1999 erstmals erschienenes Buch Code 2.0 ist in einer aktualisierten Version erschienen (gemessen in Internetjahren ist es eine eine Übersetzung aus der Steinzeit). Im als pdf verfügbaren (natürlich CC-lizenzierten) Text spielen Blogs eine wichtige Rolle. Nicht ganz zur beschriebenen “Amateurkultur” gehören allerdings die zunehmenden Corporate Blogs, die keine Politblogs sind, aber möglicherweise politisch relevant sind, und die professionellen wunderschönen Parteienblogs.

Einer der am besten verlinkten und angesehensten Schweizer Politblogger ist Christian Schenkel. Er betreibt u.a. eDemokratie.ch, eDemokratie.eu. Im April hat er ein Papier zur Schweizer politischen Blogosphäre verfasst: Bloggen in der Politik. Über Chancen und Risiken von social software in der politischen Kommunikation.

Seine 5-seitige kurze Studie enthält auch einen Überblick über die Schweizer Blogosphäre (auch Blogsphäre genannt):

  • idealistisch motivierte Blogs (Blogs, die gesellschaftliche Themen jenseits der parteipolitischen Grenzen, aber an klaren Ideen orientiert diskutieren): www.freilich.ch, www.ordnungspolitik.ch, libera.lism.us, www.edemokratie.ch, intervention.ch/vlog
  • issue motivierte Blogs: befassen sich mit ausgewählten Themen der Tagespolitik. z.B.: www.asylpolitik.ch, blog.ja-zur-komplementaermedizin.ch
  • politische Watchblogs: beobachteen etablierte Parteien und deren Personal in ihrem politischen Tun und übt an ihnen – falls aus der Sicht des Bloggers nötig – Kritik. z.B. www.ignoranz.ch/
  • aktivistisch motivierte Blogs: soziale Bewegungen nützen zunehmend Blogs, um sich mit ihren Sympathisanten zu vernetzen. z.B.: www.pnosblog.blogspot.com [funktioniert offenbar nicht mehr] , www.turn.ch/danceoutwef
  • personenbezogene Blogs: Politikerinnen und Politiker, die – vorab in Wahlkampfzeiten – selbst zu bloggen. z.B.: kunz.freeflux.net/blog, www.christa-markwalder.ch/weblog/daily-blog
  • parteipolitisch motivierte Blogs: klassische Parteien, die auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene vermehrt social software für die politische Kommunikation einsetzen. z.B. www.svp-ch.blog.de [inzwischen allerdings nicht mehr in Betrieb zugunsten eines "Diskussionsforums"].
  • Man darf gespannt sein, wie sich die politische Blogosphäre der (Deutsch-)Schweiz im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen 2007 verändern wird und ob sich viele auf dem politischen Parkett ein persönlichliches Marketing-Blog zulegen werden.

    Die politische Blogosphäre für wissenschaftliche Zwecken ordnen zu wollen, ist eine Sisyphusarbeit in einem sich stetig ausdehnenden Universum. Und Link-Sammlungen in Text-Dokumenten führen nicht gerade zu mehr Übersicht. Deshalb entsteht heute das Naheliegende: ein Blog über Blogs und Politik. Um für mich persönlich etwas mehr Übersicht zu schaffen und vielleicht sogar mit anderen Blogs zum Thema ab und zu mal zu interagieren. PolitikBlogs hat einen starken Bezug zur Schweiz, interessiert sich aber auch brennend für Forschung über die internationale politische Blogosphäre.

    Geschaffen wurden vorerst folgende Kategorien:

  • Blogs und Demokratie
  • Blogs von PolitikerInnen: ::Wahlkampf-/Propagandablogs:: und ::Parteienblogs::
  • Politische Blogs: ::von Privatpersonen:: und ::von Medienhäusern::
  • Blogforschung allgemein
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