Blogs sind auch TV und Radio

10 01 2007

Nach Feierlichkeiten, Ferientagen und einem aufwendigen Vortrag wünsche ich der noch immer unverhofften, inzwischen allerdings hochgeschätzten PolitikBlogs-Leserschaft ein angenehmes neues Jahr! Zumindest in der Schweiz werden 2007 so einige zum ersten Mal von politischen Blogs hören – und seien es Wahlkampfblogs für die nationalen Wahlen.

Zwei interessante Blogs der technisch hochqualifizierten Sorte möchte ich heute vorstellen, da sie einerseits zeigen, dass Blogs auch Rundfunkmedien sein können, und andererseits auch etwas zum Thema beigetragen haben.

Der Spreeblick-Tausendsassa Johnny Haeusler macht inzwischen auch eine Radiosendung namens TRACKBACK über die Blogosphäre, die über das Trackback-Blog bei Spreeblick jederzeit abrufbar ist. Johnny hat sich neulich mit dem sympathischen Riesenmaschine-Chefredakteur Sascha Lobo (Chefredaktor hiesse das übrigens in der Schweiz und hiesse hiesse hieße in Deutschland) über Blogs und zudem auch über das bloss sehr spärliche Vorhandensein politischer Blogs in Blogcharts unterhalten. Hörenswerter Podcast.

Der elektrische Reporter ist ein professionell gemachtes Videoblog, das auf witzige Weise über neue Kommunikationstrends in der Informationsgesellschaft berichtet. Im neusten Beitrag kommt Rechtsprofessor und Internetstar Lawrence Lessig zu Wort. Er äussert sich zur Zukunft der Medienwelt im Allgemeinen und sagte u.a., was zum Beispiel Cass Sunstein in Republic.com in Bezug auf den Informationsstand in Demokratien befürchtet: “Viele machen sich Sorgen, dass gemeinsame Bezugspunkte unserer Kultur verschwinden werden.” Dies ist ein mögliches Szenario der aktuellen Fragmentierung von Informationskanälen. Allerdings scheint es genauso plausibel, dass die Suche nach Orientierung gerade durch die Fragmentierung noch grösser wird. Niemand möchte ständig sein eigener Programmdirektor sein, schrieb neulich mal Professorin für Medien- und Kommunikationsmanagement Miriam Meckel in ihrem Blog (auf das man zurzeit nicht zugreifen kann). Lessig beschreibt, dass z.B. die Zukunft des Fernsehens mit dem aktuellen Buchmarkt vergleichbar sei: von den unzähligen Büchern werden manche von vielen gelesen, manche gar nicht oder verschwindend wenig, aber insgesamt lesen alle jene Bücher, die sie wollen und nicht jene, die sie vorgesetzt bekommen (wie dies bei den im Vergleich spärlich vorhandenen Fernsehkanälen geschieht). Natürlich betont Lessig auch die Interaktivität der zukünftigen Medienlandschaft, die ja mit dem Schlagwort Web 2.0 schon fast totgetippt worden ist, und umschreibt sie mit dem Wort Prosumer, was neben der hier gemeinten Kombination von consumer & producer offenbar noch irgendwas mit Digitalkameras oder gar professional-consumers zu tun haben kann.

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2 responses

16 01 2007
Carsten Wawer

Hi-kommt ihr immer noch nicht auf die Website von Miriam Meckel? Falls das Problem weiterhin besteht würden wir dem doch gerne auf den Grund gehen.

Liebe Grüße!
Carsten

16 01 2007
Sarah

Besten Dank der Nachfrage! Das klappt alles wieder wunderbar.
Mit besten helvetischen Grüssen nach NRW
Sarah

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