Politische Online-Elite

27 01 2007

Auf der besten deutschsprachigen Medienseite, die freitags in der Neuen Zürcher Zeitung erscheint, stand es jetzt auch mal wieder: das Internet und Blogs haben möglicherweise, unter Umständen, vielleicht ja doch irgendwie mit Politik zu tun. Vielleicht ja sogar mit relevanter politischer Information:

„Pew identifiziert im Wahlkampf 2006 eine neue «politische Online-Elite»: 14 Millionen US-Bürger wurden per Internet selber zu politischen Aktivisten, stellten Kommentare, Blogs und Videofilme zum Wettbewerb der Kandidaten ins Netz und leiteten sie an andere weiter. Unter den genutzten Internet-Quellen dominieren immer noch die Online-Auftritte der traditionellen Medien.“

online-elite.jpg

Wenn v.a. die Kommentarfunktion der Online-Auftritte traditioneller Medien, und z.B. auch YouTube (in Zusammenhang mit dem Saddam-Video) relevant sind, muss ich mir nach einer Diskussion mit meinem Betreuer ernsthaft überlegen, das Thema vielleicht doch von Blogs und Politik auf Web 2.0 und Politik abzuwandeln. Das klingt ohnehin sexier, aber auch noch geekiger (was würde wohl die Kommilitonin dazu sagen, die ein Blog als eine Form von Ostblock einordnete?). Zudem könnte man argumentieren, dass auch YouTube mit Blog-Technik funktioniert. Aber Web 2.0 würde die ganze Sache zugegebenermassen besser umschreiben.

Interessanterweise ist die Rede von einer neuen politischen Online-Elite. Wie war das nochmals mit der Demokratisierung durch das Internet?

Für die Medienbranche haben die Veränderungen offensichtlich doch Konsequenzen: Abbau von Stellen und „ab in den Cyberspace“.

Die Spezialistin für digitale soziale Netzwerke (oder sagen wir doch einfach Web 2.0 ;-)) und Jugend danah boyd hat dem Internetmagazin WireTap ein Interview gegeben. Auf die Frage, wie soziale Online-Plattformen politische Versammlungen und Proteste ersetzen oder verändern werden, einmal mehr betont, dass die Online-Welt in erster Linie ein Abbild der Offline-Welt ist. Und dass die neuen Online-Tools nicht einfach dazu führen – nur weil es potenziell möglich wäre – dass sich alle daran beteiligen. Sondern dass sie vor allem jene unterstützen, die ohnehin schon engagiert sind.

Für die rasche Mobilisierung zu einzelnen Anlässen können neue Medien allerdings eine wichtige Rolle spielen:

danah1.jpgdanah2.jpg

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2 responses

30 01 2007
Christian Schenkel

Ich schlage als Titel für deine Arbeit vor: Politik 2.0 😉

Danke für deine immer interessanten Beobachtungen

1 02 2007
Sarah

Besten Dank für den Titelvorschlag! Das habe ich auch schon mal irgendwo gelesen…
Bin froh, wenn mein wildes Zusammentragen aus dem Uniwwwersum auch anderen nützlich ist. Mit der eDemokratie ist es ja ganz ähnlich.

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