re:publica-Freitag

13 04 2007

Die Feststellung, ob die Medienrevolution heute früh stattgefunden hat, ist leider dem Frühstück nach dem PowerPoint-Karaoke-Abend mit Konzert zum Opfer gefallen. Beim Eingang springt mich Spreeblick in Printausgabe an. Gross steht darauf: Print ist tot. Sieht allerdings eher hübsch als tot aus.

Das leidige Thema Bürgerjournalismus und Sind Blogs Journalismus?
Debattiert wird in den späteren Morgenstunden am letzten Tag der re:publica das besonders in journalistischen Kreisen – auch auf Grund von Existenzängsten – beliebte Thema „Bürgerjournalismus“ und „Sind Blogs Journalismus?“. Das meiste hierzu wurde m.E. bereits gesagt und liegt auf der Hand:

  • Blogs sind nicht per se Journalismus, sondern nur jene Blogs mit journalistischen Ansprüchen.
  • Ökonomische Zwänge bringen klassische Medienhäuser dazu, bei der Recherchezeit zu sparen und billigen Content zu generieren, was dann beschönigend unter dem Stichwort Bürgerjournalismus verkauft wird. Aber dennoch sind nicht alle traditionellen Medien, die zunehmend auf Berichterstattung durch Leserinnen und Leser setzt, einfach nur kapitalistische Halsabschneider.
  • Insgesamt glaube ich persönlich auch nicht, dass es durch die ganzen Entwicklungen weniger bezahlte Journalistinnen und Journalisten geben wird, sondern dass klassisch ausgebildete Medienschaffende zunehmend aus vorrecherchierten Geschichten auswählen werden und/oder solche redigieren werden.
  • Die Gatekeeper-Funktion klassischer Medien halte ich – im Gegensatz zu anderen – zumindest für ein breites Publikum nicht für überholt und sehe in Blogs und bürgerjournalistischen Angeboten eher komplementäre Nischenöffentlichkeiten.

Es diskutieren der Schockwellenreiter, Katharina „Lyssa“ Borchert, Hugo Martin von der Reader’s Edition und Jens Matheuszik, moderiert von Falk Lüke. Interessant, aber für mich persönlich nicht sehr erhellend.

Die Fortsetzung folgte aus verabschiedungs- und abreisetechnischen Gründen nicht. Und auch weil ich unbedingt noch nachprüfen musste, wie es um die Baustelle des Palasts der Republik steht. Dabei verpasste ich leider die (scheinbar sehr interessante) Diskussion der „hard bloggin‘ scientists“, die ich hoffentlich noch irgendwo nachlesen werde können, und konnte beim Stadtblog-Workshop bloss ganz kurz reinschauen, obwohl mich das aus persönlichen städtebloggenden Gründen durchaus interessiert hätte. Inzwischen sitze ich bereits wieder im Tiefen Süd-Berlin (in Zürich sozusagen) und werde mich in Kürze in einen kurzen Offline-Urlaub im dritten deutschsprachigen Land begeben, um dann nächste Woche hier einen Rückblick auf die insgesamt sehr schöne re:publica zu wagen.

Advertisements

Aktionen

Information

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s




%d Bloggern gefällt das: