Blog-Wissenschaft & Web 3.0

8 05 2007

Wenn die Unerwerbstätigkeit zu einem Ende gekommen ist und der Abgabetermin der Abschlussarbeit in greifbarere Nähe rückt, wird auch der Blog-Euphorikerin klar, dass Bloggen und das Lesen von Blogs in erster Linie ein Ressourcenproblem sind. Zu viel ist im digitalen All los, als dass man auf professionelle Informationsfilter verzichten könnte (was keineswegs eine Verherrlichung der neu entstehenden Print- und pdf-Magazine für Blogs ist). Allzu leicht gerät die Ab-und-zu-Bloggende und häufige Blog-Leserin in einen Rückstand, Noch-zu-Bloggendes sammelt sich an, geht vergessen, verloren in den Tiefen des RSS-Readers oder ist längst von anderen zu Tode gebloggt worden.

Hier folgt darum mal wieder ein digitaler Kraut- & Rübenbeitrag mit dem Beigemüse Blogs (und anderes Web 2.0), Politik und Wissenschaft:

  • Mitmach-Lizenziatsarbeit: Web 2.0 im E-Learning-Bereich hat vor einem Monat die Besprechung meines definitiven Konzepts der Abschlussarbeit beeinflusst: im Wiki der OLAT-Plattform der Uni Zürich hat sich im Vorfeld der Diskussion im sog. Lizenziandenkolloquium eine Online-Debatte darüber entwickelt, wie der Einfluss von Blogs auf den politischen Diskurs am besten zu messen sei. Klarere Definitionen von „politisch relevanten Blogs“ sowie „Demokratisierung“ wurden gefordert.
  • Meine Arbeit wird die Zitierung und Nennung (politisch relevanter) Blogs in Mainstreammedien analysieren. Untersucht werden alle in der Schweizerischen Mediendatenbank (SMD) enthaltenen Printmedien. Einer grossen und grosszügigen Schweizer Tageszeitung sei Dank für ihr nettes zur Verfügung Stellen eines SMD-Zugangs, dessen käuflichen Erwerb mich ruiniert hätte.
  • Mein Professor regte nach der Präsentation meines – wie wir dies Neudeutsch so hübsch nennen – Research Designs an, ich möge einen Vergleich mit Leserbriefschreiberforschung heranziehen, wenn ich zu identifizieren versuchte, wer hinter den zitierten Blogs steckt. Mal sehen, ob sich da tatsächlich Parallelen ziehen lassen.

Web 2.0-Trouvaillen der letzten Wochen als archivierendes Sammelbecken:

  • danah boyd über Web 3.0. In den Kommentaren brachte es jemand auf den Punkt:

Web 1.0 – The consumer.
Web 2.0 – The consumer as creator.
Web 3.0 – The consumer as destroyer.

  • Der viel beachtete Spreeblick-Artikel Per Anhalter durchs Web 2.0, der auch für re:publica-Unterhaltung gesorgt hatte.
  • Eher unpolitisch, aber Web 2.0: Nach Last.fm nun auch noch LovelyBooks.de und MoviePilot.de, die Kulturjunkies noch mehr zu Onlinejunkies machen.
  • Der beste Web 2.0-Film, der mir je auf den Schirm gekommen ist: Web 2.0 … The Machine is Us/ing Us
  • Need a name for your Web 2.0 company? Try this handy name generator.
  • Endlich Ruhe vom Web 2.0: Alleinr

Gespielte Online-Politik, Arte & iRack
Auf die spielerischen Politaktivitäten im Online-Spiel Power of Politics (ich war letztes Jahr mal kurz da eingeloggt) wollte ich längst mal hinweisen. Mit Blogs hat es aber meines Wissens nichts zu tun. Hat sich da jemand mal länger getummelt?

Heute Abend hatte ich mir über Zattoo die Arte-Sendung Wahlkampf im Netz angeschaut, in der die Ségosphère und die Sarkosphère eine grosse Rolle gespielt haben. Eine kurze Zusammenfassung folgt noch.

Zum Schluss ein politischer, köstlicher Film, der schon vor Wochen durch die Blogosphären geschweift ist: iRack.

Bald folgt eine längst geplante Zusammenstellung von digitaler Fachliteratur.

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