Meckel bezweifelt: „Everybody will be a blogger“.

1 06 2007

Frau Meckel habe ich seit längerem im (digitalen) Auge.

Sie ist eine der aussergewöhnlichsten Karrierefrauen im deutschsprachigen Raum, war mal jüngste Professorin Deutschlands, dann Staatssekretärin. Die Schweiz-Deutsche – sie lehrt inzwischen an der Universität St. Gallen – ist zurzeit Direktorin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement und eine jener Personen, bei welchen man sich ernsthaft fragt, wann sie denn mal schlafen, obwohl sie offensichtlich noch nicht mal einen Schönheitsschlaf nötig haben.

Prof. Miriam Meckel hat zu allerlei interessanten Dingen im Bereich Medien und Politik publiziert und führt in angenehm seltenen Abständen ein lesenswertes Blog. Wenn sie schreibt, ist es pointiert und differenziert zugleich. Unter ihren Beiträgen entsteht jeweils ein Chat zwischen den drei immer gleichen Kommentatoren. Nicht dass es dort stets sachlich zuginge, manchmal erklärt auch jemand über mehrere Kommentare, wie man einen html-Link setzt.

Im neusten Eintrag geht es u.a. um Jay Rosens Aussage, in San Fancisco an der Konferenz der internationalen Publizistik-Gilde. [Jay Rosen wurde hier auch schon für sein wegweisendes Open Source-Journalismus-Projekt NewAssignmentNet gelobt.] Meckel berichtet von der Konferenz in San Francisco:

Gefragt nach seiner [Jay Rosens] Prognose, was in drei bis fünf Jahren sein werde, sagte er: ”We will all be writers on the Web. Everybody will be a blogger.”

In überzeugender Weise bezweifelt Meckel Rosens Aussage. Allerdings dürfte es sich um eine Art interkulturell-kommunikatives Missverständnis handeln. Denn jenseits des atlantischen Ozeans pauschalisiert man nun mal befreiter.

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2 responses

1 06 2007
Krusenstern

„Denn jenseits des atlantischen Ozeans pauschalisiert man nun mal befreiter.“

Dieser Schlusssatz ist fast schon pulitzerpreisverdächtig. Obwohl? Nein, doch nicht. In der Jury des Pulitzerpreises sitzen ja unsere Freunde von jenseits des atlantischen Ozeans. Und die mögen es gar nicht, wenn man ihnen den Spiegel vorhält.

1 06 2007
Sarah

😉

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