Verlinkt und aufbewahrt

10 07 2007

Hastig ein paar interessante Links verstaut, bevor sie gänzlich verstaubt oder bestenfalls auf dem digitalen Fundbüro gelandet sind:

Dannie Jost hat mir neulich in Bern einen Crashkurs in neuen Websachen gegeben: zum ersten Mal von der besonders intelligenten Suchmaschine Clusty.com gehört, von der Konferenz reboot und vom Bookmarking mit Bildern dank Wists.com. Zudem geplaudert über Miniblogging und den Smalltalk im Netz bei Twitter und Jaiku – aufs  Politische bezogen die digitalen Stammtische. Ein paar Tage später wies sie mich auf das Institute For Politics, Democracy & The Internet (IPDI) hin. Dort fand ich eine Unzahl von Publikationen zum Thema. Näher angesehen habe ich mir die Studie «Understanding the Political Influence of Blogs – A Study of the Growing Importance of the Blogosphere in the U.S. Congress». Aus der Zusammenfassung:

While a very new field of research, most of the academic studies of blogging and politics conducted thus far have looked at the budding relationship through a media-based lens. In these studies, blogs are seen to affect politics only insofar as they are able to refocus the media’s attention and re-frame policy debates. While this way of seeing the emergent association between blogs and politics makes a great deal of sense, the blogosphere also seems to be playing an increasingly powerful role in framing ideas and issues for legislators and leaders directly.

Auch meine Untersuchung basiert auf der Annahme, dass Blogs hauptsächlich durch die Beeinflussung der massenmedialen Berichterstattung öffentliche politische Debatten und Meinungsbildung beeinflussen. Gut und richtig finde ich aber auch den Ansatz, den (wohl besonders in den USA zunehmenden) direkten Einfluss der Blogosphäre auf politische Akteure selbst zu untersuchen. Andere Publikationen des IPDI wirken eher wie Anleitungen zum Online-Politmarketing als Studien mit wissenschaftlichem Anspruch.

Im neuen Publicissimus, der Hauszeitschrift des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ), läutet Prof. Otfried Jarren mit einem interessanten Vorwort über «Web 2.0 und Blogs – publizistische Revolution?» bereits das Herbstsemester 2007 ein. Abgesehen davon, dass ich – anders als es der Titel des Vorworts suggeriert – Blogs auf jeden Fall als Teil von Web 2.0 verstehen würde, finde ich Jarrens Ansatz für das Thema Blogs und Politik besonders hilfreich. Er legt den Fokus auf den Begriff Öffentlichkeit, die sich seiner Meinung nach durch die mit Web 2.0 bezeichneten Entwicklungen tatsächlich verändert, komplexer wird. Es entstehen neue Ebenen, Themenöffentlichkeiten. Der Unterschied zwischen Teilöffentlichkeitsrelevanz und einer gesamtgesellschaftlichen Relevanz bleibt gemäss Jarren natürlich bestehen, und dadurch bleiben traditionelle Massenmedien zentral: Sie stabilisieren durch Selektionsentscheidungen die durch neue Öffentlichkeitsebenen deutlich gestiegene gesellschaftliche Komplexität.

Einen sehr anschaulichen Vortrag zu Web 2.0 und wie sich Öffentlichkeiten verändern, hat neulich Jan Schmidt in Jena gehalten (Folien). Auch sehr anschaulich ist die Spezial-Nummer des Spiegels zu Leben 2.0.

MotherJones berichtet ausführlich über Politics 2.0 und Open Source Politics. Publizistikprofessor Jay Rosen (PressThink) hat sich an der Es wird alles verändern-versus –Es wird sich nichts ändern-Berichterstattung gestört. (via Martin Welker)

Das Buch «Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern» gibt es als pdf frei im Internet. Die Möglichkeiten der neuen technischen Mittel werden darin schön aufgezeigt. Leider muss das Buch auch immer den Kopf hinhalten, wenn ich aufzeigen möchte, dass manche in Bezug auf die «Revolution» zu optimistisch sind.

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